Software-Plattform für Steuerungssysteme mit Anbindung an das Industrial IoT

Wind River treibt das Industrial IoT (IIoT) mit der Software-Virtualisierungsplattform Titanium Control weiter voran. Unternehmen können damit bislang unvernetzte ältere Steuerungssysteme für kritische Infrastrukturen kostengünstig in Richtung IIoT weiterentwickeln. Titanium Control unterstützt die On-Premise Analytics zur Optimierung industrieller Prozesse.

Die Lösung mit zwei Computerknoten ist auf Anwendungsfälle im Unternehmen zugeschnitten

Die neuen IIoT-Technologien, die momentan auf den Automatisierungsmarkt drängen, können Geschäftsmodelle, die bislang über Jahrzehnte relativ stabil waren, erheblich beeinträchtigen. Ein Beispiel ist Titanium Control, das die langjährige Erfahrung von Wind River im Bereich Echtzeit-Betriebssystem mit On-Premise Cloud-Computing-Technologie kombiniert. Diese Kombination ermöglicht die Virtualisierung von Echtzeit-Automatisierungsanwendungen, was bislang nur mit spezieller Hardware für embedded Systeme möglich war. Herkömmliche industrielle Steuerungssystemen sind nicht IoT-fähig. Die meisten dienen nur einem Zweck. Zudem ist ihre Implementierung, Integration und Wartung mit hohen Kosten verbunden. Außerdem führt der kurze Obsoleszenz-Zyklus zu häufigen System-Updates. Neue Systeme müssen mit der Innovation Schritt halten, wobei aber die Investitionskosten gleichbleiben oder sogar geringer ausfallen sollen.

On-Premise-Cloud-Infrastruktur

Titanium Control ist eine kommerziell implementierbare On-Premise Cloud-Infrastruktur, die herkömmliche physische Untersysteme mit Hilfe einer auf offenen Standards basierenden Plattform virtualisiert. Sie bietet hohe Performance, hohe Verfügbarkeit, Flexibilität und niedrige Latenz. Mit Titanium Control lassen sich Investitions- und Betriebsausgaben senken und ungeplante Ausfallzeiten für industrielle Anwendungen und Steuerungsdienste jeglicher Grö- ßenordnung auf ein Minimum beschränken. Im Gegensatz zu IT-Virtualisierungsplattformen für Unternehmen bietet Titanium Control eine hohe Zuverlässigkeit für Anwendungen und Services am Netzwerkrand (Edge), beispielsweise bei dezentralem Fog-Computing.

Virtualisierung in Echtzeit

Titanium Control punktet mit der hohen Skalierbarkeit von zwei auf über 100 Computerknoten, Software-Updates ohne Tastendruck und Patching ohne Unterbrechung für Services oder Anwendungen sowie mit der de facto Standard-Open-Source-Software für On-Premise Cloud und Virtualisierung, einschließlich Linux, Real-Time Kernel-based Virtual Machine (KVM) und OpenStack. Zu den wichtigen Merkmalen zählen auch Sicherheitsfunktionen der Enhanced Platform Awareness (EPA) wie Isolierung, Secure Boot und Trusted-Platform-Module (TPM). Zudem bietet Titanium Control eine hohe Performance und hohe Verfügbarkeit mit Accelerated vSwitch und Inter-VM-Kommunikation plus Management der virtuellen Infrastruktur.

Die Architektur von Titanium Control auf einen Blick
Titanium Control bringt Intelligenz näher an den Netzwerkrand mit Virtualisierung in Echtzeit

Titanium Control ist Teil des Titanium Cloud™- Portfolios von Wind River mit Virtualisierungsprodukten für die Implementierung kritischer Services – von Betriebsabläufen bis zu Rechenzentren, die Echtzeit-Performance und kontinuierliche Verfügbarkeit von Services benötigen. Titanium Control ist für Intel Xeon-Prozessoren optimiert und für Hardware der führenden Anbieter von Intel-basierten Servern vorvalidiert. 

Was ist Fog Computing und was sind Edge Devices?

Die riesige Datenmenge, die IIoT-Geräte kontinuierlich erzeugen, verstopft die Übertragungswege zu gängigen Cloud-Systemen. Laut Cisco generieren allein die Sensoren einer Flugzeugturbine bis zu 10 Terabyte Daten – in einer halben Stunde. Mit Fog Computing wird eine Zwischenebene in der Datenverarbeitung eingeführt: Die Daten der IIoT-Geräte werden nicht mehr direkt in die Cloud geladen, sondern von Edge Devices vorverarbeitet. Die Edge Devices stehen am Netzwerkrand (Edge) – zumeist in der Nähe der IIoT-Geräte, z. B. vor Ort (on-premise) auf dem Fabrik- bzw. Unternehmensgelände. Sie übernehmen Aufgaben und Dienste, die bislang der Cloud vorbehalten waren. Die Datenmenge, die zur Cloud übertragen wird, lässt sich mit dem Fog-Computing-Konzept erheblich reduzieren.
■ ds


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